Von Tränen, der Panamericana & Fettnäpfchen

Auf meinem Balkon in Salzburg, Österreich. Kennt ihr das? Ihr heult plötzlich los und wisst nicht so wirklich wieso? Das hatte ich heut Morgen. Und nein, ich hab nicht meine Tage, bin nicht super empfindlich! Seit Costa Rica ist es mein erstes Wochenende ohne Verpflichtungen, ohne irgendwelche Events, auf die ich „freiwillig muss“. Habe für dieses Wochenende sogar einem Freund abgesagt, der zufällig in der Nähe von Salzburg gewesen wäre. Ich brauchte mal wieder Zeit für mich und war ziemlich stolz auf mich, dass ich mich an erste Stelle gesetzt habe. Die Kathi von vor 6 Monaten hätte den Besuch durchgezogen – macht ja auch Spaß, wenn man Besuch bekommt – und wäre danach todmüde ins Bett gefallen und hätte erschöpft in die neue Woche gestartet…

So, laber, laber, warum hab ich denn jetzt geheult? So ganz genau weiß ich das nicht. Oder vielleicht doch? Jedenfalls hab ich heut Morgen dann entschieden, einfach liegen zu bleiben und hab mir 2 Stunden lang eine Doku über die Panamericana reingezogen. Und alle, die mich schon länger kennen oder mir länger folgen, wissen, dass es im Rahmen meiner Weltreise mein ursprünglicher Plan war, die Panamericana zu bereisen. Und zwar von Süd nach Nord… aber öfter kommt es dann doch anders als man denkt und Pläne ändern sich. Aber das war damals auch gut so.

In der Doku reist ein deutsches Fernsehteam von Nord nach Süd. Und als sie die Grenze von Nicaragua nach Costa Rica und später von Peru nach Chile passieren, fange ich plötzlich an zu weinen. Auch zwischendurch immer wieder… Ich verbinde mit Lateinamerika einfach so unfassbar viele Emotionen. Als sie durch Chile fahren und Halt im Nationalpark Pan de Azúcar machen, kamen auch hier unzählige Erinnerungen hoch. Dort war ich im Rahmen meiner Weltreise tatsächlich zwei Mal – das erste Mal stand ich dort mit Blick aufs Meer, umgeben von Kakteen, hinter mir die verschneiten Anden. Und auch dort musste ich heulen, heulen vor Glück. Wie unfassbar toll ist mein Leben eigentlich?

Kathi plaudert im Podcast aus dem Nähkästchen

Apropos Pan de Azúcar (heißt übrigens Zuckerbrot übersetzt) – vor Kurzem wurde ich von den Hürdenläufern interviewt. Zwei Jungs, die auch los in die weite Welt wollen. Der eine von ihnen, Alex, ist auch körperlich beeinträchtigt und hat mich für den ein oder anderen Tipp kontaktiert. Genau das, was ich mit diesem Blog verfolge – Menschen in einer ähnlichen Situation zu animieren, einfach keine Angst zu haben und sich ins Abenteuer zu stürzen. Jede Hürde kann überwunden werden, eine helfende Hand findet man immer… Hört gern mal in den Podcast rein – ich berichte von meiner Weltreise, wie das damals war, als ich die „Diagnose“ bekam und in welches ziemlich peinliche Fettnäpfchen ich damals in Chile getreten bin 🙂

Das Titelbild hab ich übrigens im Januar 2017 im Pan de Azúcar aufgenommen…

Lass die Leute reden…

Aber back to topic – wie unfassbar toll ist mein Leben gerade eigentlich? Witzigerweise hab ich gestern mit einem anderen Mucki (so nenne ich Gleichgesinnte :D) telefoniert, der mir genau das Gleiche gesagt hat. Wie gut geht’s uns eigentlich? Wir reisen für unser Leben gern, genießen jeden Augenblick, genießen das Leben in vollen Zügen. Viele können sich das gar nicht vorstellen, dass es uns so gut geht, gehen von einer Fassade aus, denn wir sind ja „krank“.

Nein, ich fühle mich nicht krank. Ich fühle mich gesund und fit und glücklich! Und da braucht auch keiner mitleidig gucken oder sagen oh wie doof, das tut mir so leid. – Ja, nein. Das braucht dir nicht leid tun. Wie gesagt, mein Leben ist geil. Und ich weiß zu 100%iger Sicherheit, dass ich die Weltreise bestimmt nicht durchgezogen hätte, wenn ich nicht dieses Muskelthema hätte. Ich würde sicher auch nicht einfach alleine nach Costa Rica mit Rolli reisen nach dem Motto no risk no fun.

Erst heute hat mir meine Mutti berichtet, dass eine alte Dame ausm Dorf auf sie zukam mit den Worten meiiii, dei Kathi is ja auch so krank, gell? Wie geht’s ihr denn? Gut, dass meine Muddi darauf mittlerweile auch schon ganz gechillt reagieren kann und einfach sagt da Kathi geht’s gut, die war jetzt erst wieder 4 Wochen in Costa Rica. Die is ned krank! (Sorry für das Bayrisch, aber da müsst ihr durch 🙂

Ich bin nicht krank. Ich fühle mich überhaupt nicht so. Die Ärzte labern irgendwas von Muskelschwund, aber eine konkrete Diagnose können sie mir nicht geben. Ja, ich hock mich für Ausflüge in meinen Rolli, damit ich Strecken zurücklegen kann. Ja, ich kann die Kleine meiner besten Freundin nicht vom Boden aufheben, Sex im Stehen ist auch nicht drin – aber hey, who cares? Dafür sind so viele andere schöne & wunderbare Dinge möglich. Ich kann zum Beispiel nicht nur im Stehen tanzen, sondern auch im Sitzen und sogar im Liegen im Bett. Könnt ihr das? 😛

Der Traum von der Panamericana…

Wer weiß, wann ich das Projekt Panamericana starte. Ich weiß, dass ich es starten werde über Kurz oder Lang. Denn ich bin unaufhaltsam. Und mit meinem neu erworbenen Zuggerät für den Rolli (hab von der Krankenkasse übrigens immer noch keinen bekommen – #nowords; next step nach 10 Monaten Widerspruchsverfahren: Sozialgericht), der im Übrigen 15 km/h schnell geht, hänge ich seit Neuestem sowieso alles und jeden ab 🙂

Kathi mit E-Pilot, ihre neue Rennsemmel

Ich will euch jetzt nicht versprechen, dass ich das nächste Mal von meinen neu erworbenen Fähigkeiten in der Schokoladenproduktion, von den starken Jungs, die mich gefühlt mit ihren kleinen Fingern ins Boot gehoben haben oder von der bereits erwähnten Mücken-Invasion berichte, denn ich schreib immer drauf los, wenn mir gerade danach ist, wie ihr wisst. Daher: Ihr seht dann schon, was das nächste Mal kommt 😉

Eure Kathi aka loquita

PS: Ich war im Übrigen auch vor 5 oder 6 Jahren schonmal bei einem Podcast zu Gast – den trau ich mir aktuell aber nicht anhören, wer weiß wie viel Stuss ich da von mir gegeben habe 😀

PPS: Vergesst nicht, dass alles im Leben ein Geschenk ist. Wichtig ist, dass ihr es ganz auspackt, um die Botschaft dahinter verstehen zu können.

Post Autor
Kathi

Kathi - immer fröhlich, gut gelaunt und meist mit einem Lächeln auf den Lippen anzutreffen. Verliebt in Spanien, leicht zum Lachen zu bringen, optimistisch und pünktlich...



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