Barrierefreiheit in Andalusien – warum Deutschland & Österreich sich schämen sollten!

Málaga, Spanien. Ich sitze auf’m Plaza de la Merced, mitten in der Innenstadt Málagas, es hat 25 Grad, die Sonne scheint mir ins Gesicht, neben mir hat sich grad der Papa, der mit seinem Kleinen Fußball gespielt hat, den Knöchel verstaucht. Touris geben dem Tourguide, der neben der steinernen Figur von Pablo Picasso gerade seine abschließenden Worte gesprochen hat, großzügig Trinkgeld. Tauben futtern Essensreste auf und gerade steigt mir der Geruch von Urin in die Nase. Letzte Nacht (Samstag) war hier wohl einiges los 😊 Ich glaube, ich setz mich auf eine andere Bank… und erzähl euch dann etwas über die Barrierefreiheit hier.

Ich hatte vorhin kurz überlegt, ob ich mich direkt in eine der Bars setzen und einen Mojito bestellen sollte. Aber es ist erst halb drei. Ich warte noch eine Stunde 😊

Muelle Uno, Málaga (Hafen)

Ich bin wieder negativ. Yes, ich war die letzten paar Tage Corona positiv. Neben starken Kopfschmerzen haben sich die anderen Symptome täglich abgewechselt. Erst Halsschmerzen, dann Reizhusten und schließlich Schnupfen. Seit gestern bin ich wieder komplett symptomfrei. In Spanien gilt im Übrigen keine Quarantäne mehr. Ich freu mich jetzt aber drauf, endlich all meine Freunde in die Arme schließen zu können.

Verliebt in Málaga

Seit 10 Jahren komme ich nun schon jedes Jahr nach Málaga – außer als ich auf Weltreise war und das erste Pandemie-Jahr. Und schon damals hab ich mein Herz hier verloren. Die Lebensfreude der Spanier, das Essen, die Sprache, das Klima. Hier kann’s einem ja nur gut gehen.

Unweit von mir sitzt jetzt übrigens eine alte Dame mit ihrem Pudel. Der Pudel trägt eine rosa Schleife auf dem Kopf und sie hat einen roten Buggy dabei. Für den Hund, ja! Ein Kind sehe ich keines 😊

Freiheit dank Kalimero & Barrierefreiheit dank Málaga

Dieses Mal bin ich auf Workation hier in Málaga, ich arbeite und mache also gleichzeitig bzw. hintereinander Urlaub. Hoch lebe die Flexibilität meines Arbeitgebers! Bis zu sechs Monate dürfen wir pro Jahr aus dem Ausland arbeiten. Und ich bin mit Kalimero aka speedy hier. Und das bedeutet für mich unfassbare Freiheit! Über das Fliegen mit Rolli & Zuggerät berichte ich noch! Blut und Wasser hab ich geschwitzt, dass er a) heile ankommt und b) überhaupt ankommt. Mehr oder weniger heil war er, funktioniert hat er zumindest, als sie ihn mir endlich ausgehändigt hatten. Erstmal war er nämlich verschwunden. Ja und dann hing die Hupe so fest, dass ich hupend durch den Flughafen düsen musste. Sie ging nur aus, wenn man den Akku rausnahm. Ja und ohne Akku konnte ich mich nicht fortbewegen. Wäre ja auch langweilig gewesen, hätte alles geklappt…

Kathi & Kalimero am Flughafen München

Nie zuvor hab ich so Vieles hier in Málaga wahrgenommen. Ich düse durch Gassen, in denen ich noch nie war, weil’s einfach immer schon zu weit zu Gehen war. Ich realisiere Balkone, nehme Gebäude wahr. Es ist ein Segen. Und dann ist da diese unfassbare Barrierefreiheit in Málaga. Ich brauche mir absolut keine Gedanken machen, ich komme überall hin und rein. Es gibt an der Strandpromenade sogar Leitlinien für Rollifahrer, die zum nächsten barrierefreien Strand führen. Echt jetzt?

Links Koffer, rechts Handgas – ab in die Stadt!

Vom Flughafen aus hab ich den Zug in die Stadt genommen. Während man sich in Deutschland spätestens 24 Stunden vorher anmelden muss, damit einem jemand in den Zug hilft, kann man hier mit Rolli einfach selbst einsteigen. Genau – man kommt barrierefrei zum Gleis und barrierefrei in den Zug. Bei uns in Deutschland und Österreich unvorstellbar. Hier Standard. Und dann sind speedy und ich zusammen mit meinem Koffer, den ich neben uns hergeschoben habe, durch die Innenstadt Málagas gebrettert. Auf dem glatten Marmorboden war es auch echt easy, den Koffer links neben mir herzuschieben, während ich mit rechts Gas gegeben habe. War aber sicherlich ein Bild für Götter 😊

Ein Armutszeugnis für Deutschland & Österreich

In Salzburg ist es mir sogar schonmal passiert, dass ich aus einem Parkhaus wieder raus musste, weil es dort ohne Witz keinen Aufzug gab. Ich mein, hallo? Wir leben im 21. Jahrhundert. Inklusion sollte selbstverständlich und nicht extra erwähnenswert sein. Ein Armutszeugnis. Málaga ist die barrierefreiste Stadt, die ich bisher gesehen habe. Ein Grund mehr, herzuziehen 😊

Rampe und Treppe in Einem in Málaga

Hier ist nicht nur alles ausgeschildert und für Rollifahrer zugänglich, hier wird auch noch mehr Inklusion selbstverständlich gelebt. Unzählige homosexuelle Paare laufen händchenhaltend durch die Straßen. Und das ist normal. Und es ist so schön, zu spüren, wie normal das hier ist.

Kalimero und ich düsen jetzt an den Hafen und gönnen uns einen Mojito und testen in den nächsten Tagen mal die Barrierefreiheit der Museen und weiterer Sehenswürdigkeiten aus. Und dann werde ich ausführlich berichten! Ihr könnt aber auf jeden Fall schonmal buchen! 😊

Eure Kathi mit Kalimero

PS: Ok nicht alles ist geil. Hier sind super viele nervige Fliegen seit Tagen. Aber egal, Málaga kann Barrierefreiheit!

Post Autor
Kathi

Kathi - immer fröhlich, gut gelaunt und meist mit einem Lächeln auf den Lippen anzutreffen. Verliebt in Spanien, leicht zum Lachen zu bringen, optimistisch und pünktlich...



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